In Den Haag beginnt die Montage eines großen modularen Wohnprojekts: 1.748 vorgefertigte Module bilden 1.171 Häuser

Published on: 2026-08-05 |

Paul de Ruiter Architects

In Den Haag beginnt die Montage eines großen modularen Wohnprojekts: 1.748 vorgefertigte Module bilden 1.171 Häuser

Frage 1: In welchem Stadium ist das modulare Wohnprojekt angelangt?


Informationen, die am 30. Juni 2026 veröffentlicht wurden, bestätigen, dass das erste vorgefertigte Wohnmodul von der Fabrik zur Baustelle in Den Haag transportiert und mit einem Turmdrehkran in Position gebracht wurde. Die Entwicklung ist daher über die Arbeiten an Fundament, Podium und Baustellenvorbereitung hinausgegangen und in die Hauptphase der modularen Montage eingetreten.


Die Bauteams werden nun die verbleibenden Einheiten gemäß dem Montageplan weiter transportieren und installieren. Da es sich um vier Wohntürme und 1.748 Module handelt, dient die erste Installation auch als wichtige Überprüfung der Transport-, Hebe- und Anschlussverfahren des Projekts.


Frage 2: Wie viele Wohnungen wird das Projekt bieten?


Das Projekt wird rund 1.171 Mietwohnungen liefern. Rund 560 Einheiten sind für Einwohner mit mittlerem Einkommen bestimmt, 399 werden als Studentenunterkünfte vorgesehen sein, und weitere 212 werden für Sozialwohnungen und Mietwohnungen zu moderaten Preisen vorgesehen sein. Diese Kombination ist darauf ausgelegt, mehrere Gruppen auf dem Markt für langfristige Vermietung in Den Haag zu bedienen.


Auf den unteren Ebenen sind auch Gewerbe-, Gastgewerbe- und Gemeinschaftseinrichtungen geplant. Die vier Wohntürme werden sich über ein langgestrecktes Podium von etwa 300 Metern erheben und so eher eine gemischte Stadtbebauung als einen eigenständigen Wohnkomplex schaffen.


Frage 3: Warum wurde die modulare Bauweise gewählt?


Der Standort befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Den Haag Hollands Spoor und wichtiger Geschäftsgebäude. Es ist schmal, räumlich begrenzt und befindet sich neben der betriebsbereiten Eisenbahninfrastruktur. Konventionelle Bauarbeiten würden umfangreiche Materiallager, längere Arbeiten vor Ort und eine kompliziertere Logistik erfordern, was den Verkehr und die Gemeinden in der Nähe möglicherweise noch stärker beeinträchtigen würde.


Durch die modulare Bauweise können Wohneinheiten in einer kontrollierten Fabrikumgebung hergestellt und mit Strukturbauteilen, Fassaden, Fenstern, Küchen, Bädern und ausgewählten mechanischen und elektrischen Systemen ausgestattet werden. Die im Wesentlichen fertiggestellten Module werden dann gemäß dem Installationsplan transportiert und in ihre Position gebracht, wodurch auf der Baustelle weniger Nassarbeiten, Materiallagerung und Bauschutt anfallen.


Frage 4: Welche technischen Herausforderungen sind mit modularen Hochhäusern verbunden?


Bei modularen Türmen, die etwa 70 Meter hoch sind, müssen die Ingenieure die strukturelle Stabilität, den Brandschutz, die Akustik, die Wasserdichtigkeit, die Anschlüsse und die Maßtoleranzen zwischen den einzelnen Einheiten berücksichtigen. Die Module müssen bei der Handhabung im Werk, beim Straßentransport und beim Anheben von Kranen tragfähig bleiben, bevor sie fest mit der Gebäudekonstruktion verbunden werden.


Der Standort der Eisenbahn bringt zusätzliche logistische Einschränkungen mit sich. Kranbetriebszonen, Windbegrenzungen, Lieferzeiten und temporäre Verkehrsregelungen müssen koordiniert werden, ohne den Bahnbetrieb zu stören. Da die Module in der richtigen Installationsreihenfolge eintreffen müssen, müssen die Werksproduktion, die Transportfahrzeuge und die Hebezeuge über ein sorgfältig verwaltetes Just-in-Time-System betrieben werden.


Frage 5: Was kann der internationale Markt für modulares Bauen von diesem Projekt lernen?


Die Entwicklung zeigt, dass die modulare Bauweise nicht mehr auf temporäre Flachbauten, Arbeitslager oder kleine Einfamilienhäuser beschränkt ist. Es eignet sich auch für städtebauliche Hochhäuser mit gemischter Nutzung mit mehr als eintausend Wohnungen. Der Erfolg in dieser Größenordnung hängt jedoch von einem standardisierten Design, der Koordination der Lieferkette, der Transportplanung und der Installationsfähigkeit ab — nicht nur von einer schnellen Fabrikproduktion.


Für Unternehmen, die an internationalen modularen Bauprojekten teilnehmen, unterstreicht der Fall auch die Bedeutung lokaler Bauvorschriften, Energieeffizienz, feuerfester Baugruppen, akustischer Anforderungen und standardisierter Verbindungsdetails. Nachprüfbare technische Unterlagen, die Rückverfolgbarkeit der Materialien und die fachübergreifende Koordination dürften langfristig gesehen einen größeren Nutzen bieten, als nur durch niedrige Preise oder kurze Fertigungszeiten zu konkurrieren.

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